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Fastnacht 2008

Viereinhalb Stunden Programm halten nicht nur die Aktiven, sondern auch das Publikum in Atem

(Aus dem Odenwälder Echo vom 04.02.2008)

Ein besonderer Dank geht an Franz Hoffmann, der uns die Bilder zur Verfügung stellte.

Was vor 25 Jahren mit einem damals schnell improvisierten Kappenabend der Handballabteilung begann, ist nun nach einem Vierteljahrhundert schon fast zur Perfektion gereift: Die Fastnachtssitzung des TV 08 Wersau am Samstag in der Mehrzweckhalle des Dorfgemeinschaftshauses.

Ab 19.11 Uhr brannte der rührige Verein in der prall gefüllten Halle ein Feuerwerk karnevalistischer Sketche, Büttenreden und Showeinlagen ab. Vor den Augen des elitären "Siebenerrats", der hoch oben über den Wolken thronte, legten sich die 16 Gardemädchen des Vereins auch gleich mächtig ins Zeug und schnell schwappte die Stimmung auf die bunt kostümierten Gäste über.
Monika Becker als Till Eugenspiegel nahm sich die Politik vor. Schließlich ließ Till bei Mehdorn und den Lok-Verbänden seinen einzigartigen Vortrag an diesem Karnevalsabend enden.
Zum Augenschmaus anvancierte danach die Jugendgarde des Vereins, die in neongelben Tanzkostümen die Halle zum Vibrieren brachte und um eine frenetisch beklatschte Zugabe nicht herumkam.
Der Silberbraut Heike Lortz war es dann vorbehalten, von den Erfahrungen einer alt gedienten Ehefrau, die gerade ihre Silberhochzeit gefeiert hatte, zu berichten.
Mit Schirm, Charme aber ohne Melone versprühten die Dancegirls tänzerische Eleganz, die mit nicht enden wollendem Applaus und einer Zugabe schließlich doch sein Ende fand.
Von der Blaumanngruppe gekommen war Thomas Janitschek in ensprechendem blauen Outfit. Lohn für sein gekonntes humoristisches Highlight war die Werscher Rakete.

In der Pause entwickelte sich dann dank des musikalischen Duos Rudi und Claudia im Saal eine Eigendynamik, bei der das Singen und Schunkeln so gar keinen Schluss finden wollte. Den bereitete aber dann doch Arno Benker, ein leidgeprüfert Mitmensch, bei dem einfach alles schief ging. Kunde brachte er von schmerzhaften und anatomisch verlustreichen Verwechslungen im Krankenhaus.

In die Lüfte führte die Showeinlage des Wersauer Kerbvereins, der mit mimischer Gestik und Grazie auf die Sicherheitsbestimmungen von Billig-Airlines hinwies. Bei der folgenden Darbietung der sieben Tänzer in ihren bunten und frivolen Kostümen gab es unten im Publikum kein Halten mehr. Scheinbar ohne Ende schwappte der Applaus zu den schwer atmenden Künstlern hinauf, und eine Zugabe machte deren Auftritt perfekt.

Schnell zur Ruhe, aber nicht aus der Stimmung brachte Astrid Puknus als Wellness-Apollonia das närrische Volk. Von den Annehmlichkeiten einer Beautyfarm zu den Hindernissen eines Wellnessurlaubs in Griechenland schlug sie in monotonem Singsang den Bogen.

Aus der Beschaulichkeit dieses so nicht gewollten Kurlaubs riss das Damenballett des TV 08. Es kam um eine Verlängerung des sehenswerten Auftritts nicht umhin.
Fahnder Jens Becker hatte Akten über Akten mit auf die Bühne gebracht und zitierte daraus Fakten über Fakten detailgenau. Nicht ganz von Anonymität geschützt, wusste er von seinen gläsernen Mitbewohnern Dinge zu erzählen, die so manchem die Schamesröte ins Gesicht trieb, wenn es denn nicht geschminkt gewesen wäre.
Der Höhepunkt der Fastnachtsveranstalung in Wersau war der Auftritt des Männerballetts. Verkleidet als Schneewittchen und die sieben Zwerge drehten sie sich tänzerisch zur entsprechenden Filmmusik, doch vor einer Zugabe schienen sie sich zu drücken. So manch einer im Saal machte konditionelle Schwächen dafür verantwortlich. Schließlich klatschte das Auditorium die Aktiven doch noch mal auf die Bühne.

Mit dem Finale aller Teilnehmer und einer sich anschließenden Polonaise durch den Saal endete die nahezu 4-1/2-stündige Sitzung des TV 08 Wersau.